Tagebuch – Gesammeltes.

Zugfahrten am Samstag.

Zug_Maulwurf

Ürh!

Ich schmuste gestern ein wenig mit Acryl und einem farbigen Papier.

 

 

Acryl_guy

[Urlaub] Amsterdam – 3.Teil

Das hätte ich fast vergessen, aber eben nur fast.

Ich hob nämlich extra diese Zettelchen auf. Weil diese Zettelchen die besten Ratgeber sind.

Einkaufsbelege. Von mir für euch.

 

bills1 bills2

Haisekt.

Haisekt

Sofakatz.

katz_balkon

Mich selbst.

halten

Hier, das kannst du haben.

haben.

Katzen, die nach links starren.

katz

 

An Marcel.  Und Florian.

 

[REPLY] Florian hat übrigens Wüstenrennmäuse, die nach link starren.

9ttvf

[Urlaub] Amsterdam – 2.Teil

_0001_A_2014-05-Amsterdam__02_prjct02-02.jpg

 

Die Frage ist, wo fängt man an, wo hört man auf? Was soll hier alles stehen und was bleibt im Kopf?
Ich sendete meiner Schwester vor etwa zwei Wochen einen Briefumschlag mit Fotos. Etwa 40 ausgewählte von knapp 70 geschossenen.
Auf analogem Film. Mit der allerliebsten Canon T80.

 

Vielleicht darf man auch gar nicht zu viel sagen über Dinge, sondern muss sie so stehen lassen wie sie sind.
Man bestellt einen Eisbecher, seinen liebsten, und dann steht er vor einem und ist genau so, wie man ihn sich erträumt hat. So voller Schokoladenstückchen und mit der guten Eiscreme, die auf der Zunge nach fünf Dingen schmeckt und nach Sommer. Und wenn man am Grund des Bechers angekommen ist, liegen da drei lilafarbene Smarties und strahlen dich an. Dann hat sich alles in Luft aufgelöst und man hört nur das letzte Kratzen am Becherboden. Aber Luft bedeutet ja nicht unbedingt etwas Schlechtes. Nein, es ist diese Luft, die in den Kopf wandert und dort eine große Blase bildet. Eine Blase voller guter Erinnerungen. Und manchmal wird diese Blase von anderen Blasen verdrängt, aber dann kommt sie irgendwann wieder, schiebt sich in den Vordergrund, ist präsent und möchte beachtet werden. Und dann versinkt man ein bisschen in ihr und lernt schwimmen oder fliegen oder beides zur gleichen Zeit.

 

So ist das mit Amsterdam. Das ist nun schon fast zwei Monate her und die Blase war zwischendurch vielleicht ein wenig nach hinten gerutscht, weil es andere tolle Dinge gab und auch schlechte. Es gab auf jeden Fall eine Menge Blasen in meinem Kopf. Und heute Abend, an diesem Abend mit der harten Abendsonnenkante an den Bäumen gegenüber meines Fensters, da kam die Amsterdam-Blase wieder, sie schwebte an mir vorbei, blieb kurz an meinem Finger haften und segelte dann weiter dahin.

 

Nun. Das sind die Bilder aus meiner Blase. Tauchen Sie ein, lernen Sie fliegen oder schwimmen. Aber vergessen Sie nie, nicht zurück zu schauen sondern immer nur in den Becher hinein. Bis auf den Grund. Da lauert das Glück in Schokolinsenform.

 

 

_0000_A_2014-05-Amsterdam__01.jpg _0002_A_2014-05-Amsterdam__04.jpg _0012_A_2014-05-Amsterdam__36.jpg _0010_A_2014-05-Amsterdam__30.jpg _0009_A_2014-05-Amsterdam__28.jpg

 

_0014_A_2014-05-Amsterdam__40.jpg _0011_A_2014-05-Amsterdam__34.jpg _0016_A_2014-05-Amsterdam__46.jpg

 

_0006_A_2014-05-Amsterdam__23.jpg

 

 

_0008_A_2014-05-Amsterdam__27.jpg

 

_0013_A_2014-05-Amsterdam__37.jpg_0003_A_2014-05-Amsterdam__11.jpg _0007_A_2014-05-Amsterdam__24.jpg

 

_0015_A_2014-05-Amsterdam__42.jpg _0005_A_2014-05-Amsterdam__19.jpg

 

Danke Amsterdam, du schönes Ding.

 

Kannst du den Himmel sehen?

Himmel

[Urlaub] Amsterdam – 1.Teil: Menschen

A_2014-05-Amsterdam__02_prjct02

 

Nun, das ist wohl das, was das Reisen in andere Städte bezwecken sollte: neue Menschen kennen lernen.

 

Deswegen zerpflücke ich meinen Amsterdam-Reisebeitrag auch ein wenig in unterschiedliche Teile, denn den folgenden Menschen mag ich gerne ein bisschen Platz einräumen und andere Dinge erfordern einen anderen Kontext.

 

Da ich mich ab und an gern einmal in Worten verliere, habe ich das diesmal ein wenig anders gelöst: Vier Fotos, vier Bekanntschaften. Und ein bis zwei Gedanken zu ihnen. Ein Klick auf ihre Fotos führt euch zum jeweiligen Projekt, welches sie gerade umsetzen.

 

A_2014-05-Amsterdam__03 A_2014-05-Amsterdam__07 A_2014-05-Amsterdam__05 A_2014-05-Amsterdam__15

[Sonntagsromantik] Hamm – 2.Teil

behance_photography_proj01

 

Ihr erinnert euch, ich sprach über den Hammer Ausflug von Philipp und mir.

 

Da analoge Fotos entwickelt und eingescannt werden möchten, leben die Worte immer etwas früher als die Bilder. Nun, hier sind sie jetzt.
(Nachgelesen werden kann alles hier.)

 

Ich mag es übrigens, dass die Qualität der Bilder eben nicht im stechendscharfen Bereich liegt und dass sie teilweise schief sind. Ich mag ihre perfekten Mängel auf ganzer Linie. Das ist dieses Gefühl – wenn du sie aus der Fotohülle ziehst und sie eben genau das sind, was man nicht erwartet hat.
✌ Appreciate this project on Behance. 

A_2014-02-Ausflug_Hamm__0015_foto04 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0016_foto03 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0018_foto01 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0017_foto02 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0002_foto17 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0000_foto19 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0001_foto18 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0004_foto15 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0005_foto14 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0006_foto13 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0003_foto16 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0007_foto12 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0009_foto10 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0010_foto09 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0008_foto11 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0012_foto07 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0014_foto05 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0013_foto06 A_2014-02-Ausflug_Hamm__0011_foto08

 

 

 

Wald.

Wald

Momente auf Film.

Das späte Entwickeln von Filmen lohnt sich wohl allein schon, weil man dann durch nur einen Film möglichst viele Erinnerungen hervorrufen kann. Wie schön.

 

Zum Beispiel von Ben und meinem Ausflug zum Kaffeefest von Quijote im letzten Jahr:

Quijote1 Quijote2 Quijote3Quijote7 Quijote4 Quijote5 Quijote6Quijote8

 

Oder dem spontanen Roadtrip von Caro und mir an die Nordsee:

Nordsee Nordsee2 Nordsee3 Nordsee4 Nordsee5

 

Oder dem Sonntagsausflug nach Hamm mit Philipp:

 

Hamm1 Hamm2

 

Oder Fotos von Janni und Leilo in meiner Wohnung <3

Bild2 Bild3

Und meine Wenigkeit, rauchend, auf meinem Fenstersims vor Grünem, noch mit langem Haar:

Bild

Fundstück: Pärchen

Ich habe mich ein wenig durch alte Blog-Einträge gewühlt und dieses hübsche Pärchen entdeckt.

Es soll jetzt hier sein.

 

Pärchen

 

 

[Sonntagsromantik] Hamm

 

Wir waren zu zweit und das Ziel für diesen Sonntag war ein Irgendwo im Nirgendwo.
Jeder hatte geschlafen und gefrühstückt, trug eine Jacke und mindestens eine Kamera bei sich und war gleichermaßen aufgeregt und neugierig auf das, was an diesem Nachmittag geschehen sollte.

 

Wir trafen uns an der U-Bahnstation Hammer Brücke und ich hatte ein wenig Verspätung, was aber keinen von uns störte. Alles begann mit einem irritierten Blick in alle Richtungen und dem kleinen Plan, den Hammer Park zu besuchen. Nahezu jede Ecke schien hier einfach „hammer“ zu sein, glaubten wir.

 

Der Park war winzig und mit vielen spazierenden Menschen gefüllt. Wir brauchten ein wenig Zeit, uns in die Situation einzufühlen. Der schlendernde Gang auf ein paar kleinen Wegen vorbei an einem bespielten Schachfeld, einer schneelosen Rodelbahn und einem graureiherbesetzten Teich zeigte bald deutlich, dass wir hier richtig waren. Richtig wofür?

 

Wohnt man eine gewisse Zeit in einer Stadt, die schon sehr dem Städteparadies auf Erden gleicht – wir sprechen hier von Hamburg –, wird einem bewusst, dass es außer dem kleinen Radius des alltäglichen Seins auch noch mehr Ecken zu entdecken gibt. Ecken mit kleinen, jahrzehnte alten Cafés oder mit langen Reihen von Mehrfamilienhäusern. Ecken mit Ecken. Und Ecken mit Sportplätzen.

 

Der Hammer Park war schnell erkundet und ein Blick auf die Karte zog uns mehr in Wassernähe. So schlenderten wir durch Hammer Straßen und entdeckten jede Spießigkeit, die diesen Spaziergang zu einem Ausflug machen sollte.

 

Ein Zigarettenautomat am Straßenrand war nur noch wenig als ein solcher zu erkennen, da er scheinbar kürzlich mit brutaler Gewalt in Einzelteile zerlegt wurde. Das Polizeiband hielt uns von dem Tatort fern. Es wurden stattdessen Filme in analogen Kameras gewechselt. Vorbei an Fahrschulen, einer Tankstelle und jeder Menge Reihenhäuser erreichten wir bald den Fußballplatz des SC Hamm 02. Darauf lieferten sich zwei eher unterklassige Fußballmannschaften ein Spiel um Leben und Tod. Mit den Fingern am Zaungitter beobachteten wir aus sicherem Abstand das wirre Treiben. Ein paar Straßen weiter erwartete uns schon der nächste kulturelle Höhepunkt: Ein Wahrzeichen mitten auf der Straße, welches nur aus einer Säule mit oben gold abgesetztem Rand bestand. Hatte jemand das eigentliche Wahrzeichen gestohlen? Oder hatte dieses Zeichen geschichtlichen Hintergrund? Vielleicht war es einfach nur ein Andenken an eine wirklich gute Säule? Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon die erste Brücke überquert und es sollte nicht die letzte bleiben. Brücken waren definitiv die wirklichen Helden dieses Nachmittags. Als wir uns ein paar Meter weiter endlich vom schrecklichst-verglasten Hauseingang der Welt lösen konnten, begann der etwas industriellere Einschlag der Umgebung auf uns zu wirken. Speditionen. Speditionen. Wir hatten jegliche Lebewesen hinter uns gelassen und tauchten ein in eine Welt voller Mäuerchen und Gitter und Tore und Fähnchen.

 

Bis wir dann am Rand eines Elbkanals standen und auf Bötchen schauten, die friedlich umher schwammen. Die andere Seite des Ufers schien spannend und der Weg führte uns vorbei an weiteren Mehrfamilienhäusern über die Braune Brücke in einen Kleingarten Verein. Jeder kennt Schrebergärten mit ihrer Kombination aus Gemütlichkeit und kleinlichem Gärtnerei-Perfektionismus. Aber wer kennt schon Schrebergärten am Wasser? Die kleine Siedlung erstreckte sich über eine Insel und ein Traum war geboren: Einmal im Leben eine kleine Hütte am Wasser besitzen, Kräuter anbauen, den Ofen anfeuern, mit dem Kutter übern See tuckern und am Abend in der Hollywoodschaukel ein Glas Wein genießen. Der Rundgang ließ uns 10 Jahre altern und während wir da so entlang spazierten, träumten wir vom kleinen Glück.

 

Aber wo war es nun? Dieses Café, in dem wir Omas Kuchenstücke bekamen und nicht wirklich guten Filterkaffee? Der Hunger stellte sich ein. Wir ließen das kleine Glück hinter uns, denn hier gab es niemanden, der uns bewirten wollte, und kämpften uns in einen weiteren Teil Industrie vor. Lange Zeit hatten wir keinen Menschen gesehen, aber es war auch gar nicht schlimm. Scheinbar schien am Wochenende auf diesem Stückchen Erde sich einfach gar kein Mensch aufzuhalten. Demnach gab es auch keinen Backfischimbiss.

 

Unsere Füße wollten uns nicht mehr so weit tragen. Immerhin hatten wir nun schon acht Kilometer Fußmarsch auf dem Buckel und mehrere Fotos von Brücken in der Tasche. Das nächste Ziel sollte eine Lokalität sein, die Räuscherfisch anbot. Ein paar Speditionen und eine sehr lange Stunde später (Hammerbrook hat übrigens eine sehr schöne S-Bahn-Station), befanden wir uns an den Landungsbrücken zwischen Tourismuswahnsinn und einer kalten Brise und kamen (nach einem Landungsbrücken-Bierchen) endlich an Brücke 10 zum Pausieren, Essen, Rauchen und Blick genießen. [Man sollte möglichst oft das Wort "Brücke" in einem Satz verwenden.] Ein Tag ging zu Ende, die Sonne senkte sich, wir schwiegen auch ein bisschen, redeten aber auch noch viel, sahen auf das Wasser. Es gab Fischbrötchen und ein zweites Bier und Seligkeit stellte sich ein.

 

Hamm war gut zu uns.

 

 

Der nächste Sonntag wird bald folgen.

 

landungsbrücke

Den vollständigen Bildbericht gibt es hier.

[Sonntagsromantik] Eimsbüttel

Vorbei an älteren und jungen Pärchen schlendere ich durch Eimsbüttel und entdecke neue Lieblingsplätze und den Wunsch, mit einem Bus zu verreisen.

 

sunday sunday2 sunday3 sunday4 sunday5

 

Mach doch, was du willst.

Ich laufe über die vereiste Glitzerstraße nach Hause und lasse mir die gerade an der U-Bahnstation gesprochenen Worte durch den Kopf gehen.

Einfach leben. Wir müssen ja noch nicht mal irgendwas planen.
Wir können alles essen, müssen aber nicht alles wissen. Das hat mein Vater schon immer gesagt.

Denn müssen müssen wir gar nichts.

Aber wir können.

Wir können Flammkuchen mit Birnen, Ziegenkäse, Datteln und Raddiccio belegen und uns dann in der Freude suhlen, die Köstlichkeit mit Genuss wie Fast Food auf dem Sofa in uns hinein zu stopfen.

Wir können uns fürs Kino verabreden und die Verabredung auch wirklich einhalten und dann durch unbekannte Straßen von fernen Stadtteilen schlendern und uns wie Vampire fühlen, die die Nacht zum Tag machen. Und beim Morgengrauen verabschieden wir uns mit den Worten: Lass uns jetzt schlafen bis es dunkel wird.

Und wir können den Arbeitsalltag mit Pijamapartys beenden, bei denen wir uns bis Mitternacht Geheimnisse verraten oder nebeneinander auf dem Dach sitzen, die Sterne zählen, bis einer müde wird oder die Weinflasche in die Dachrinne rollt.

Ein zarter Hauch von nächtlicher Euphorie. Wie ein kleiner Atemzug einer riesigen Schnapsfahne, die ich in eure Richtung puste.

[Urlaub] Matrose für sechs Tage.

Manche haben unsere kleine Reise ja schon bei Instagram verfolgt, hier jetzt nochmal ein kleiner zusammenfassender, bebilderter Urlaubsbericht:

 

Ich schnappte mir einen Lieblingsben und flog mit dem nach Griechenland. Eine Woche Segelurlaub unter dem Kommando meines Vaters: Kann man schon mal machen. Mal abgesehen von dem immer wieder leidigen Thema Wetter (vor unserer Ankunft 30 Grad, während unseres Aufenthalts 20 Grad, nach unserer Abreise 30 Grad ._.), hatten wir als Sechser-Crew auf einer Oceanis 393 mit einer Gesamtlänge von 39 Fuß und drei Schlafkabinen einen sehr entspannenden und erdenden Trip mit der ein oder anderen starken Brise und ordentlich Wellengang.

Alles in allem sagt man, Segeln ist die schönste Art, den Horizont zu erweitern.

Beim Törn übers Ionische Meer entdeckten wir dabei nicht nur die bezaubernden Häfen der Ionischen Inseln sondern auch die Art und Weise Weißwein, Mythos (Griechisches Bier) und Ouzo in rauen Mengen zu verzehren. Allein an das Ritual des Ankerbiers kann man sich doch schon recht schnell gewöhnen.

Zum Glück blieben wir alle (bis auf einen kleinen Schwächeanfall meinerseits bei einer stürmischen Überfahrt) von der Seekrankheit verschont. Stattdessen platzierten wir Fender, ließen Leinen los, setzten Segel und genossen Meeresluftprisen, den ein oder anderen Badestopp und viel viel heimische Küche.

Toll war das! Toll, toll, toll.

 

Und was auf den folgenden Bildern vielleicht etwas trüb wirkt, ist bei Sonnenschein kaum aushaltbar schön. : )

 

Griechenland 1 Griechenland 2 Griechenland 3 Griechenland 4 Griechenland 5 Griechenland 6 Griechenland 7 Griechenland 8 Griechenland 9 Griechenland 10 Griechenland 11 Griechenland 12 Griechenland 13 Griechenland 14 Griechenland 15 Griechenland 16 Griechenland 17

 

Auf dem Rückweg zum Athener Flughafen entdeckten wir noch leere, alte Billboards, die uns im wunderschönen Licht der untergehenden Sonne zwischen den Hügeln von Athens Umland ein leises ‘Auf Wiedersehen’ zu flüsterten.

Griechenland 18 Griechenland 20

Vegetarian.

Vegetarian.

Like this on Instagram.

Zwischenhalt. [music on paper.]

“The National” Tour. 2013.
Posterreihe.

 

the national tour

 

the national tour

 

the national tour

Nope.

plans for the future

True story, bro.

local hero.

Neue Formen, ein wenig alt.

Versuche meine Schlafposition einer Skulptur anzupassen.

Liege da, verquer. Mit dem Kopf sowieso irgendwo zwischen vor und zurück.

Das Rückgrat instabil. Bei Bedarf tragen mich jedoch die Beine raus aus dem Zwischenzustand.

 

verdreht

 

Manche Mädchen.

Manche Mädchen

Wenn ich mal ein Kinderbuch zeichne…

… spielt er mit.

Katzi1

April.

imm023_23 imm024_24 imm022_22 imm020_20 imm019_19 imm018_18 imm016_16 imm015_15 imm014_14 imm013_13 imm012_12 imm011_11 imm010_10

Festgehalten mit einer Canon T80 auf einem 24er Kodak Film ISO400.

 

♢ Potentielle Buchtitel [1]

Chemiker, die mit Glitzermädchen tanzen.

Fall nicht.

Ich hieve meine schweren Beine die alte Treppe hinauf. Das Treppenhaus ist ein alter Mann, mit gebrechlichen Gliedern und tiefen Wunden, die ich sorgsam umschiffe. Ich schenke ihm durch eine sanfte Berührung des Geländers etwas Zuneigung. Er hat schon so viele Schritte ertragen, so viele Menschen in ihr wohliges Heim gebracht und bleibt doch seit Jahren nachts im Dunkeln allein. Geduldig wartet er auf die Sonnenstrahlen des nächsten Morgens, die seine kahlen Wände wärmen und ihn aus der einsamen, kalten Nacht reißen. Er kennt jeden hier. Auch die, die schon vor Jahren gestorben sind, hat er mit noch jungem Gemüt an seinen Rücken lehnend knutschen gesehen. Er hat so vielen Gesprächen gelauscht und das ein oder andere besorgte Telefonat in seinen Armen gewogen.
Auch heute reicht er mir stützend seine Hand und bringt mich zur Tür, hält sie mir noch ein Stück auf, weil sie heute so viel schwerer als an anderen Tagen erscheint. Manchmal würde ich ihm gern aus meinen Lieblingsbüchern vorlesen, mit meinen nackten Füßen seine lederartige Haut berühren und auf der obersten Treppenstufe sitzend den Blick tief in seine vielen Stockwerke senken. Da ist so viel in ihm, was nicht gesehen wird. Die Menschen hinterlassen Spuren hier und merken kaum die Spuren, die er in ihnen hinterlässt.
Ich sehe dich und kann dich spüren. Bleib doch noch ein wenig an meiner Seite, setz dich zu mir und ich mache dir eine Wärmflasche, kehre den Staub aus deinen Ecken und hauche dir zarte Worte ins Ohr.

Schnittmaterial.

Es ist diese Wunde, genau im Tal zwischen Daumen und Zeigefinger, die mich diesen Text schreiben lässt. Spreize ich die Hand oder balle ich meine Finger zu einer Faust – beides schmerzt. Der Schwebezustand zwischen der Vergangenheit und der Zukunft, er schmerzt.

Der Kater stößt mit seinen beiden Vorderpfoten die Zimmertür auf und schiebt seinen zarten schwarzen Körper schlangenartig in den Raum. Der Akku des Laptops zeigt 10 Prozent. Ich schreibe dem Jungen von früher und denke an die Sonntage, an denen wir Aufsteh-Wettkämpfe austrugen. Das Fenster angekippt, wir in einem Deckenberg versunken. Wer zu erst ins Bad musste, hatte verloren. Wir lagen in unserem Boot, den Rettungsanker immer zur Hand.

Ich schreibe dem Jungen, den ich kennen lernte, warte auf ein Telefonat. Und warte auch nicht. Denn sobald die Dinge bei mir ankommen, die ich so lang ersehne, wünsche ich sie mir ganz weit weg. Ich bin nicht mehr auf dem Meer sondern stehe am Ufer und blicke auf die raue See. Alles wankt und doch wiegen sich die Schiffe ruhig im Rhythmus der Wellen. Und dennoch ist da kein Kapitän, der mir zu winkt, der mich auf sein Boot einläd, auf eine Reise, deren Ziel ich nicht kenne. Nur ich bin da und beobachte die Möwen und ihre Sturzflüge.

Der Henkel der getöpferten Tasse war abgeplatzt als sie mir an einem Wochenende zu Boden fiel. Das war schon in Hamburg. Vor drei Monaten vielleicht. Die Wunde an der äußeren Tassenwand ist spitz und schnitt sich vor vier Stunden in meine Hand, als ich die Tasse unter einem Berg von Schaum im Spülbecken drehte und wendete. Nun ist da ein kleines Pflaster, welches versucht zusammen zu halten, was im Moment nicht ganz zusammen gehört. Wie eine dünne Brücke zwischen zwei Berggipfeln – und ich stehe in der Mitte und die Brücke, mit ihren zarten Seilen, wiegt mich hin und her. Gleichmäßig aber bedrohlich. Und dann kann ich mich nicht zwischen dem Rückweg oder einem wackligen Voranschreiten entscheiden.

Der Kater sitzt nun auf dem Fensterbrett, blickt in die dunkle Nacht, taucht seine Pfote ab und an gedankenversunken und dennoch bestimmt in die Wasserschale, um sie dann, nach kurem Zögern und wenn die Hälfte des Wassers schon auf das Fensterbrett getropft ist, abzulecken. Dann streckt er sich auf meiner Matratze. Verliert ein Haar oder zwei, verschwindet wieder im Türspalt und wird erst, wenn die Sonne mir morgen die Motivation zum Aufstehen verleiht, neben meinem Bett auf der braunen Decke vor der Gasheizung liegen, mit warmem Fell, schnurrend und mir diesen vertrauten Blick schenken, der mir bis jetzt immer wortlos sagte, dass ich hier richtig sei.

 

(Heute beendete ich »Und im Zweifel für dich selbst« von Elisabeth Rank.)

Geistiger Inhalt von Eva Dietrich.