Tagebuch – Gesammeltes.

Eat what you want. Just eat.

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Communication advice.

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New advice on how to survive christmas.

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How to survive christmas properly.

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[Typografie] Rotis

Ich mag die Rotis noch nicht mal sonderlich, aber was Erik Spiekermann hier über sie sagt, scheint mir gedichtgleich. So ein guter Mann.

 

“Eine Schrift für längere Texte ist sie allerdings nicht. Sie ist viel zu glatt mit ihren schönen Formen, absolut präzise, toll, genialisch – das muss ich neidlos anerkennen. Aber Schriften, die längere Texte lesbar machen wollen müssen Widerhaken haben: Ecken und Kanten, Rauhigkeiten und Fehler, die vergrößert schrecklich aussehen, aber in der kleinen Größe, also acht bis zehn Punkt, Reibung erzeugen und uns wach halten. Bei der Rotis hingegen gibt es nichts dergleichen. Folglich bleibt das Auge auch nicht hängen. Sie verhält sich so wie ein Plastikstoff. Es knittert nicht, man kann es nicht anfassen, das Wasser fließt daran ab. Aber ich bin sicher, dass eine Schrift auch Gelegenheit bieten muss, ein bisschen Schweiß aufzunehmen, sie sollte so ein paar Haare haben – wie Menschen eben auch.”

 

(Erik Spiekermann über die Rotis)

 

 

Bär macht Ferien.

bear on vacation

Today, I designed a font.

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[Urlaub] Helgoland

16. August. Eine Autofahrt nach Cuxhaven. Eine Fährenfahrt nach Helgoland. Ein Wochenende, an dem das Verlassen der schönen Hamburg-Stadt notwendig war. So fing das an.

 

Wir befinden uns auf der Fähre, der MS Atlantis, welche im 70er-Jahre-Charme mit Filterkaffee und Pils auf die Reise einstimmt. Mit uns an Bord: Reizendes Bordpersonal im nordischen Stil, ein Junggesellenabschied, der mit Schnäpsen für die richtige Stimmung sorgt, und jede Menge ältere Damen, die wohl mal ‘was Nettes’ unternehmen wollten und ganz angetan von den jungen Männern mit Bierbäuchen sind. Neben dem Verstand gehen auf dem großen Schiff mit 76,03 Meter Länge wohl auch Kinder verloren:

 

“Die Marie, die Marie sucht ihre Mutter. Die Mutter heißt Petra. Die Marie kann im Bazar, Bazar Maritim, abgeholt werden. Hier noch mal der Hinweis. Die Marie… “

 

So soll das sein. Zwei Biere und zwei Stunden später können wir die kleine Küste Helgolands am Horizont erspähen. Das Schiff setzt einige Meter vorm Hafen seinen Anker und kleinere Schiffe, genannt Börteboote, bringen die Passagiere auf die Insel. Eine lustig anzusehende Zeremonie: Schwabbelige Alt-Herrschaften lassen sich beschwipst in wacklige kleine Schiffchen plumpsen – ihr Gepäck fest umklammert, mit Furcht in den Augen. Man kann sich übrigens vorstellen, wie lange das etwa dauert, 700 Passagiere mit 6 Booten, auf die jeweils nur 20 Personen passen, an Land zu bringen. Das ist einfache Mathematik. Naja, Heidenspaß!

 

Nachdem wir unsere kleine Pension im ebenfalls passenden 70er-Jahre-Stil bezogen haben, gönnen wir uns ein Backfischbrötchen. Die Struktur der Insel ist leicht zu verstehen: Es gibt ein Unterdorf, direkt am Hafen, in dem man besonders günstig, da zollfrei, Alkoholika und Parfum einkaufen kann. Das Oberdorf ist durch einen Fahrstuhl oder ein paar Treppenstufen zu erreichen. ‘Dort oben’ gibt’s allerdings recht wenig außer jede Menge Wind, circa zwei Cafés und Restaurants und eine Bäckerei. Außerdem noch niedliche Grundstücke und Wiesen, die an das Hobbit-Land erinnern. Die Insel ist mit ihrer Grundfläche von 1,7 km² überschaubar und ungefähr in 1,5-3 Stunden je nach Laufgeschwindigkeit und Aussichtspausen umrundet. Nicht zu vergessen: Die Düne, die mit einer kleinen Fähre erreichbar ist und auf der es echte Robben gibt.

 

An diesem Wochenende bekam ich also Wasser, Wind und Ruhe in Mengen. Außerdem funktioniert die Insel mit einer Zeitrechnung, die einen als Besucher in eine komplett andere Welt bringt. Es gibt nicht wirklich Wochentage dort. Gefühlt ist jeder Tag ein verkaufsoffener Sonntag – Speisen kann man allerdings nur bis spätestens 20 Uhr. Dann sind die Küchen geschlossen, was uns zum ein oder anderen Chips-und-Minibar-Bier-Abendessen führte. Aber… wen kümmert’s, wenn du am nächsten Morgen aufwachen kannst und die Seeluft braust dir um den Kopf, die Atemwege werden so frei wie du es nicht mehr in Erinnerung hattest und du fühlst deinen Herzschlag, während Regen auf deine Kapuze prasselt.

 

Zu empfehlen ist in jedem Fall regenfeste Kleidung für einen längeren Spaziergang und falls man sich vorne, am Ende der Insel bei der Langen Anna, mal gegen den Wind lehnen möchte. Und falls die Fähre montags nicht zurück ans Festland fährt, bleibt man eben noch einen Tag. Das ist dann auch nicht schlimm, denn es gibt ja noch die Sauna mit Panoramaterrasse…

 

Anmerkung: Nicht empfehlen kann ich übrigens den Rum-Grog, außer man will einen sicheren Alkoholtod sterben.

 

Anbei ein paar iPhone-Bilder, leicht bearbeitet.  

 

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Skating cheese toast.

This is a skating cheese toast. nice, huh? Yes, its arms are cheese as well.

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Zugfahrten am Samstag.

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Ürh!

Ich schmuste gestern ein wenig mit Acryl und einem farbigen Papier.

 

 

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[Urlaub] Amsterdam – 3.Teil

Das hätte ich fast vergessen, aber eben nur fast.

Ich hob nämlich extra diese Zettelchen auf. Weil diese Zettelchen die besten Ratgeber sind.

Einkaufsbelege. Von mir für euch.

 

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Haisekt.

Haisekt

Sofakatz.

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Mich selbst.

halten

Hier, das kannst du haben.

haben.

Katzen, die nach links starren.

katz

 

An Marcel.  Und Florian.

 

[REPLY] Florian hat übrigens Wüstenrennmäuse, die nach link starren.

9ttvf

[Urlaub] Amsterdam – 2.Teil

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Die Frage ist, wo fängt man an, wo hört man auf? Was soll hier alles stehen und was bleibt im Kopf?
Ich sendete meiner Schwester vor etwa zwei Wochen einen Briefumschlag mit Fotos. Etwa 40 ausgewählte von knapp 70 geschossenen.
Auf analogem Film. Mit der allerliebsten Canon T80.

 

Vielleicht darf man auch gar nicht zu viel sagen über Dinge, sondern muss sie so stehen lassen wie sie sind.
Man bestellt einen Eisbecher, seinen liebsten, und dann steht er vor einem und ist genau so, wie man ihn sich erträumt hat. So voller Schokoladenstückchen und mit der guten Eiscreme, die auf der Zunge nach fünf Dingen schmeckt und nach Sommer. Und wenn man am Grund des Bechers angekommen ist, liegen da drei lilafarbene Smarties und strahlen dich an. Dann hat sich alles in Luft aufgelöst und man hört nur das letzte Kratzen am Becherboden. Aber Luft bedeutet ja nicht unbedingt etwas Schlechtes. Nein, es ist diese Luft, die in den Kopf wandert und dort eine große Blase bildet. Eine Blase voller guter Erinnerungen. Und manchmal wird diese Blase von anderen Blasen verdrängt, aber dann kommt sie irgendwann wieder, schiebt sich in den Vordergrund, ist präsent und möchte beachtet werden. Und dann versinkt man ein bisschen in ihr und lernt schwimmen oder fliegen oder beides zur gleichen Zeit.

 

So ist das mit Amsterdam. Das ist nun schon fast zwei Monate her und die Blase war zwischendurch vielleicht ein wenig nach hinten gerutscht, weil es andere tolle Dinge gab und auch schlechte. Es gab auf jeden Fall eine Menge Blasen in meinem Kopf. Und heute Abend, an diesem Abend mit der harten Abendsonnenkante an den Bäumen gegenüber meines Fensters, da kam die Amsterdam-Blase wieder, sie schwebte an mir vorbei, blieb kurz an meinem Finger haften und segelte dann weiter dahin.

 

Nun. Das sind die Bilder aus meiner Blase. Tauchen Sie ein, lernen Sie fliegen oder schwimmen. Aber vergessen Sie nie, nicht zurück zu schauen sondern immer nur in den Becher hinein. Bis auf den Grund. Da lauert das Glück in Schokolinsenform.

 

 

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Danke Amsterdam, du schönes Ding.

 

Kannst du den Himmel sehen?

Himmel

[Urlaub] Amsterdam – 1.Teil: Menschen

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Nun, das ist wohl das, was das Reisen in andere Städte bezwecken sollte: neue Menschen kennen lernen.

 

Deswegen zerpflücke ich meinen Amsterdam-Reisebeitrag auch ein wenig in unterschiedliche Teile, denn den folgenden Menschen mag ich gerne ein bisschen Platz einräumen und andere Dinge erfordern einen anderen Kontext.

 

Da ich mich ab und an gern einmal in Worten verliere, habe ich das diesmal ein wenig anders gelöst: Vier Fotos, vier Bekanntschaften. Und ein bis zwei Gedanken zu ihnen. Ein Klick auf ihre Fotos führt euch zum jeweiligen Projekt, welches sie gerade umsetzen.

 

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[Sonntagsromantik] Hamm – 2.Teil

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Ihr erinnert euch, ich sprach über den Hammer Ausflug von Philipp und mir.

 

Da analoge Fotos entwickelt und eingescannt werden möchten, leben die Worte immer etwas früher als die Bilder. Nun, hier sind sie jetzt.
(Nachgelesen werden kann alles hier.)

 

Ich mag es übrigens, dass die Qualität der Bilder eben nicht im stechendscharfen Bereich liegt und dass sie teilweise schief sind. Ich mag ihre perfekten Mängel auf ganzer Linie. Das ist dieses Gefühl – wenn du sie aus der Fotohülle ziehst und sie eben genau das sind, was man nicht erwartet hat.
✌ Appreciate this project on Behance. 

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Wald.

Wald

Momente auf Film.

Das späte Entwickeln von Filmen lohnt sich wohl allein schon, weil man dann durch nur einen Film möglichst viele Erinnerungen hervorrufen kann. Wie schön.

 

Zum Beispiel von Ben und meinem Ausflug zum Kaffeefest von Quijote im letzten Jahr:

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Oder dem spontanen Roadtrip von Caro und mir an die Nordsee:

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Oder dem Sonntagsausflug nach Hamm mit Philipp:

 

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Oder Fotos von Janni und Leilo in meiner Wohnung <3

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Und meine Wenigkeit, rauchend, auf meinem Fenstersims vor Grünem, noch mit langem Haar:

Bild

Fundstück: Pärchen

Ich habe mich ein wenig durch alte Blog-Einträge gewühlt und dieses hübsche Pärchen entdeckt.

Es soll jetzt hier sein.

 

Pärchen

 

 

[Sonntagsromantik] Hamm

 

Wir waren zu zweit und das Ziel für diesen Sonntag war ein Irgendwo im Nirgendwo.
Jeder hatte geschlafen und gefrühstückt, trug eine Jacke und mindestens eine Kamera bei sich und war gleichermaßen aufgeregt und neugierig auf das, was an diesem Nachmittag geschehen sollte.

 

Wir trafen uns an der U-Bahnstation Hammer Brücke und ich hatte ein wenig Verspätung, was aber keinen von uns störte. Alles begann mit einem irritierten Blick in alle Richtungen und dem kleinen Plan, den Hammer Park zu besuchen. Nahezu jede Ecke schien hier einfach „hammer“ zu sein, glaubten wir.

 

Der Park war winzig und mit vielen spazierenden Menschen gefüllt. Wir brauchten ein wenig Zeit, uns in die Situation einzufühlen. Der schlendernde Gang auf ein paar kleinen Wegen vorbei an einem bespielten Schachfeld, einer schneelosen Rodelbahn und einem graureiherbesetzten Teich zeigte bald deutlich, dass wir hier richtig waren. Richtig wofür?

 

Wohnt man eine gewisse Zeit in einer Stadt, die schon sehr dem Städteparadies auf Erden gleicht – wir sprechen hier von Hamburg –, wird einem bewusst, dass es außer dem kleinen Radius des alltäglichen Seins auch noch mehr Ecken zu entdecken gibt. Ecken mit kleinen, jahrzehnte alten Cafés oder mit langen Reihen von Mehrfamilienhäusern. Ecken mit Ecken. Und Ecken mit Sportplätzen.

 

Der Hammer Park war schnell erkundet und ein Blick auf die Karte zog uns mehr in Wassernähe. So schlenderten wir durch Hammer Straßen und entdeckten jede Spießigkeit, die diesen Spaziergang zu einem Ausflug machen sollte.

 

Ein Zigarettenautomat am Straßenrand war nur noch wenig als ein solcher zu erkennen, da er scheinbar kürzlich mit brutaler Gewalt in Einzelteile zerlegt wurde. Das Polizeiband hielt uns von dem Tatort fern. Es wurden stattdessen Filme in analogen Kameras gewechselt. Vorbei an Fahrschulen, einer Tankstelle und jeder Menge Reihenhäuser erreichten wir bald den Fußballplatz des SC Hamm 02. Darauf lieferten sich zwei eher unterklassige Fußballmannschaften ein Spiel um Leben und Tod. Mit den Fingern am Zaungitter beobachteten wir aus sicherem Abstand das wirre Treiben. Ein paar Straßen weiter erwartete uns schon der nächste kulturelle Höhepunkt: Ein Wahrzeichen mitten auf der Straße, welches nur aus einer Säule mit oben gold abgesetztem Rand bestand. Hatte jemand das eigentliche Wahrzeichen gestohlen? Oder hatte dieses Zeichen geschichtlichen Hintergrund? Vielleicht war es einfach nur ein Andenken an eine wirklich gute Säule? Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon die erste Brücke überquert und es sollte nicht die letzte bleiben. Brücken waren definitiv die wirklichen Helden dieses Nachmittags. Als wir uns ein paar Meter weiter endlich vom schrecklichst-verglasten Hauseingang der Welt lösen konnten, begann der etwas industriellere Einschlag der Umgebung auf uns zu wirken. Speditionen. Speditionen. Wir hatten jegliche Lebewesen hinter uns gelassen und tauchten ein in eine Welt voller Mäuerchen und Gitter und Tore und Fähnchen.

 

Bis wir dann am Rand eines Elbkanals standen und auf Bötchen schauten, die friedlich umher schwammen. Die andere Seite des Ufers schien spannend und der Weg führte uns vorbei an weiteren Mehrfamilienhäusern über die Braune Brücke in einen Kleingarten Verein. Jeder kennt Schrebergärten mit ihrer Kombination aus Gemütlichkeit und kleinlichem Gärtnerei-Perfektionismus. Aber wer kennt schon Schrebergärten am Wasser? Die kleine Siedlung erstreckte sich über eine Insel und ein Traum war geboren: Einmal im Leben eine kleine Hütte am Wasser besitzen, Kräuter anbauen, den Ofen anfeuern, mit dem Kutter übern See tuckern und am Abend in der Hollywoodschaukel ein Glas Wein genießen. Der Rundgang ließ uns 10 Jahre altern und während wir da so entlang spazierten, träumten wir vom kleinen Glück.

 

Aber wo war es nun? Dieses Café, in dem wir Omas Kuchenstücke bekamen und nicht wirklich guten Filterkaffee? Der Hunger stellte sich ein. Wir ließen das kleine Glück hinter uns, denn hier gab es niemanden, der uns bewirten wollte, und kämpften uns in einen weiteren Teil Industrie vor. Lange Zeit hatten wir keinen Menschen gesehen, aber es war auch gar nicht schlimm. Scheinbar schien am Wochenende auf diesem Stückchen Erde sich einfach gar kein Mensch aufzuhalten. Demnach gab es auch keinen Backfischimbiss.

 

Unsere Füße wollten uns nicht mehr so weit tragen. Immerhin hatten wir nun schon acht Kilometer Fußmarsch auf dem Buckel und mehrere Fotos von Brücken in der Tasche. Das nächste Ziel sollte eine Lokalität sein, die Räuscherfisch anbot. Ein paar Speditionen und eine sehr lange Stunde später (Hammerbrook hat übrigens eine sehr schöne S-Bahn-Station), befanden wir uns an den Landungsbrücken zwischen Tourismuswahnsinn und einer kalten Brise und kamen (nach einem Landungsbrücken-Bierchen) endlich an Brücke 10 zum Pausieren, Essen, Rauchen und Blick genießen. [Man sollte möglichst oft das Wort "Brücke" in einem Satz verwenden.] Ein Tag ging zu Ende, die Sonne senkte sich, wir schwiegen auch ein bisschen, redeten aber auch noch viel, sahen auf das Wasser. Es gab Fischbrötchen und ein zweites Bier und Seligkeit stellte sich ein.

 

Hamm war gut zu uns.

 

 

Der nächste Sonntag wird bald folgen.

 

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Den vollständigen Bildbericht gibt es hier.

[Sonntagsromantik] Eimsbüttel

Vorbei an älteren und jungen Pärchen schlendere ich durch Eimsbüttel und entdecke neue Lieblingsplätze und den Wunsch, mit einem Bus zu verreisen.

 

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Mach doch, was du willst.

Ich laufe über die vereiste Glitzerstraße nach Hause und lasse mir die gerade an der U-Bahnstation gesprochenen Worte durch den Kopf gehen.

Einfach leben. Wir müssen ja noch nicht mal irgendwas planen.
Wir können alles essen, müssen aber nicht alles wissen. Das hat mein Vater schon immer gesagt.

Denn müssen müssen wir gar nichts.

Aber wir können.

Wir können Flammkuchen mit Birnen, Ziegenkäse, Datteln und Raddiccio belegen und uns dann in der Freude suhlen, die Köstlichkeit mit Genuss wie Fast Food auf dem Sofa in uns hinein zu stopfen.

Wir können uns fürs Kino verabreden und die Verabredung auch wirklich einhalten und dann durch unbekannte Straßen von fernen Stadtteilen schlendern und uns wie Vampire fühlen, die die Nacht zum Tag machen. Und beim Morgengrauen verabschieden wir uns mit den Worten: Lass uns jetzt schlafen bis es dunkel wird.

Und wir können den Arbeitsalltag mit Pijamapartys beenden, bei denen wir uns bis Mitternacht Geheimnisse verraten oder nebeneinander auf dem Dach sitzen, die Sterne zählen, bis einer müde wird oder die Weinflasche in die Dachrinne rollt.

Ein zarter Hauch von nächtlicher Euphorie. Wie ein kleiner Atemzug einer riesigen Schnapsfahne, die ich in eure Richtung puste.

[Urlaub] Matrose für sechs Tage.

Manche haben unsere kleine Reise ja schon bei Instagram verfolgt, hier jetzt nochmal ein kleiner zusammenfassender, bebilderter Urlaubsbericht:

 

Ich schnappte mir einen Lieblingsben und flog mit dem nach Griechenland. Eine Woche Segelurlaub unter dem Kommando meines Vaters: Kann man schon mal machen. Mal abgesehen von dem immer wieder leidigen Thema Wetter (vor unserer Ankunft 30 Grad, während unseres Aufenthalts 20 Grad, nach unserer Abreise 30 Grad ._.), hatten wir als Sechser-Crew auf einer Oceanis 393 mit einer Gesamtlänge von 39 Fuß und drei Schlafkabinen einen sehr entspannenden und erdenden Trip mit der ein oder anderen starken Brise und ordentlich Wellengang.

Alles in allem sagt man, Segeln ist die schönste Art, den Horizont zu erweitern.

Beim Törn übers Ionische Meer entdeckten wir dabei nicht nur die bezaubernden Häfen der Ionischen Inseln sondern auch die Art und Weise Weißwein, Mythos (Griechisches Bier) und Ouzo in rauen Mengen zu verzehren. Allein an das Ritual des Ankerbiers kann man sich doch schon recht schnell gewöhnen.

Zum Glück blieben wir alle (bis auf einen kleinen Schwächeanfall meinerseits bei einer stürmischen Überfahrt) von der Seekrankheit verschont. Stattdessen platzierten wir Fender, ließen Leinen los, setzten Segel und genossen Meeresluftprisen, den ein oder anderen Badestopp und viel viel heimische Küche.

Toll war das! Toll, toll, toll.

 

Und was auf den folgenden Bildern vielleicht etwas trüb wirkt, ist bei Sonnenschein kaum aushaltbar schön. : )

 

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Auf dem Rückweg zum Athener Flughafen entdeckten wir noch leere, alte Billboards, die uns im wunderschönen Licht der untergehenden Sonne zwischen den Hügeln von Athens Umland ein leises ‘Auf Wiedersehen’ zu flüsterten.

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Vegetarian.

Vegetarian.

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Zwischenhalt. [music on paper.]

“The National” Tour. 2013.
Posterreihe.

 

the national tour

 

the national tour

 

the national tour

Geistiger Inhalt von Eva Dietrich.