Tagebuch – Gesammeltes.

Springen.

Fast tagtäglich lese ich einen Artikel über den vermeintlichen „Sprung ins kalte Wasser“. Dies ist mein Sprung.

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Am 29. August 2014, ein Freitag, lief ich mit einem Briefumschlag in ein Büro.

 

„Warum willst du gehen?“

 

Warum wollte ich gehen? Ich kam im Juli 2012 nach Hamburg, um mein Pflichtpraktikum in einer Werbeagentur zu absolvieren. 6 Monate, die ich in einem tollen Team mit viel Verantwortung und einer steilen Lernkurve verbrachte. Ich machte das wohl ganz gut, meinen Job. Ich wurde übernommen. Im März 2013 begann ich mein Berufsleben als Junior Art Direktor in einer großen Hamburger Werbeagentur. Ich war für den Etat Audi Literatur aufgestellt und fühlte mich darin auch schon ziemlich wohl, da ich mein Praktikum größtenteils in diesem Etat verbrachte. Ich layoutete, konzipierte, korrigierte und am allerwichtigsten ich stimmte ab. Ich stimmte stundenlang ab. Mit Art Direktoren, mit Creative Direktoren und mit Etat-Leitern. Es gab Nachtschichten, Morgenschichten. Es gab Schichten um Schichten, um alles wieder umzuschichten. Ich machte das wohl ganz gut, meinen Job. Ich fuhr auf Shootings. Nach Spanien, nach Südafrika. Ich betreute Projekte im Wert von 200 000 Euro mit Fotografen, die seit 20 Jahren im Business sind. Ich war zu diesem Zeitpunkt 24 Jahre alt. Ich arbeitete die ganze Woche und am Wochenende trank ich, feierte ich oder schlief ich, oder wurde für einen Spontaneinsatz in die Agentur einberufen. Dann arbeitete ich, nachdem ich gefeiert hatte. So war das. Ich war in die Prozesse eingegliedert, ich konnte Karriere machen. Die Stufen hinaufsteigen. Step by step. Es vergingen 15 Monate. Bis Juni 2014.

 

Ich sitze an meinem Rechner im Büro – es war einer dieser Tage, an denen es nichts zu tun gab, weil es an anderen Tagen viel zu viel zu tun geben sollte. Die Mühlen in einer Agentur mahlen langsam, sind verklemmt und führen zu unkontrollierten Schwachsinns-Timings. Ich hole mir einen Kaffee und lasse den Blick durch den Raum wandern: Wer arbeitet hier? Und wer hat hier wirklich Spaß an seiner Arbeit? An dem ein oder anderen Tisch versammeln sich Menschen, erzählen Witze, schauen Videos, berichten von ihrem Leben – dem Leben mit all den Abenteuern, die man so erlebt, nachdem man aus der Agentur gestolpert ist. Ich ignoriere alles genervt. Ich scrolle durch meine Liste der Designagenturen, die ich in zweifelhaften Momenten, an frustrierenden Arbeitstagen und nach einer weiteren sinnlosen Abstimmung mit Adressen befüllt hatte. Mit Wegweisern raus aus diesem Chaos. Ist es das – dem Chaos entfliehen, indem man sonst verloren geht? Da war dieses Gefühl in meinem Bauch, dass ich etwas anders machen kann, dass ich das selbst machen kann. Raus aus einem Arbeitsumfeld, das für mich nicht funktioniert. Die Fragen waren doch schon in meinem Kopf. Ich brauchte nur noch meine Antworten.

  • FRAGEN

  • Wie individuell kann man sich in einer Masse von 200 Menschen entfalten, die alle mehr oder weniger miteinander verstrickt, verworren und von einander abhängig sind?
  • Wie gehe ich mit einem anderen Weltbild eines mir unmittelbaren Vorgesetzten um? Kann ich mich dem unterordnen? Ist eine „höher-positionierte“ Meinung wirklich immer finaler und entscheidender als meine?
  • Wie viel kann ich hier lernen?
  • Wie effektiv arbeite ich hier?
  • Was nehme ich mit nach Hause außer einem unguten Gefühl und zu wenig Zeit?
  • Wo stehe ich und wo möchte ich hin?
  • Ist Karriere wirklich mein non-plus-ultra Ziel im Leben?
  • Nein. Aber was ist mein Ziel?
  • Bin ich glücklich?

 

Ich scrolle weiter. Ich stoppe an einer Stelle, dann setze ich eine E-Mail auf.

Zwei Wochen später treffe ich mich mit dem Besitzer eines kleinen Designbüros zum Mittagessen. Wir haben einen Draht. Wir sprechen über die Arbeit, über Projekte, über Erfahrungen und relativ schnell kippt das Gespräch auf eine private Ebene. Am Ende sind die Chancen eindeutig: Ich könnte in dem Büro Teilzeit, also 3 Tage in der Woche, arbeiten. Nach einer Stunde schlappe ich zurück ins Büro und formuliere meine Kündigung. Am 29. August reiche ich sie ein.

 

„Warum willst du gehen?“
„Weil ich unglücklich bin.“

 

Ende November 2014, vor genau einem Jahr, verlasse ich die Agentur – mit einer großen Tasche Pfandflaschen, guten Erinnerungen und mit nicht nur einem weinenden Auge. Ich habe auf dem Weg nach Hause durchgehend geweint. Ich hatte Angst.

Ich war definitiv nicht die erste unglückliche Person in ihrem Job. So viele haben es bereits probiert, das mit den eigenen Füßen und dem Stehen. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade einmal 2 Jahre in Hamburg und mein Netzwerk war relativ überschaubar. Klar, ich hatte Freunde in den verschiedensten Berufsbranchen, aber würde mir das wirklich weiterhelfen?

 

Den Plan für 2015 konnte ich Anfang Dezember, 3 Monate nach meiner Kündigung, dann endlich in Worte fassen: Durch die Teilzeitanstellung in einem Designbüro werde ich lernen, in kleineren Strukturen und näher am Kunden zu arbeiten. Ich werde die Erfahrung eines besonderen Mentors (meinem neuen Chef) in mich einsaugen. Ich werde meine gefesselte Kreativität befreien. Ich werde mehr illustrieren. Ich werde die zwei restlichen Tage in der Woche für den Aufbau meiner Selbstständigkeit nutzen. Ich werde eigene, freie Projekte realisieren. Ich werde mich belesen, mehr informieren – ich will meinen Wissensdurst zurück. Ich werde jeden Menschen in Hamburg kennenlernen, der eigenständig etwas tut, was er liebt.

 

Was bisher geschah

 

Heute ist der 20. November 2015, ein Freitag.

Ich bin eine freie Grafikerin und Illustratorin. Manchmal bin ich auch eine freie Art Direktorin. Meistens bin ich aber auch einfach nur Eva. Ich habe von Januar bis August bei Santiagodesign gearbeitet und mich dann aufgrund dem rasanten Anstieg von Neukunden von der Teilzeitanstellung gelöst. Nun arbeite ich Vollzeit in meinem Büro in meiner Wohnung. Ich habe in den letzten 11 Monaten mit folgenden Kunden zusammengearbeitet: ZEIT Verlag, G+J Verlag, Playground Coffee, Otto’s Burger, Julia Marie Werner Photgraphy, UK4 Küchen, Black Velvet Circus, Haus 3, Boutique Bizarre, Smak, Melodie Michelberger PR, KAIFU LODGE. Seit Ende September überarbeite ich die visuellen Kommunikationsmittel der Gabriele-von-Bülow-Oberschule in Berlin. Im Mai habe ich mit einer Freundin eine Workshop-Community mit dem Namen friends with benefits gegründet. Ich denke manchmal über einen Praktikanten/eine Praktikantin nach.

 

Bin ich reich? Nein.
Bin ich glücklich? Ja.

 

How to

Ich versuche jetzt zu reflektieren, wie ich hier hin gekommen bin. Ich mache das nicht nur für mich, sondern besonders für die Menschen, die derzeit in einer Position arbeiten, in der sie nicht glücklich sind. Ich weiß, dass viele der Dinge schon oft gesagt wurden. Aber… es funktioniert! Das Wichtigste am Anfang ist: Suche die Konfrontation mit dir selbst. Löse dich von dem, was dir nicht gut tut. In meinem Fall war das meine Anstellung. Natürlich stellt sich jeder dann automatisch die Frage: Wie soll ich meine Miete bezahlen? Ganz einfach. Das Prinzip Teilzeit-Selbstständigkeit. Man suche sich eine Anstellung, die finanziell die gröbsten Kosten deckt. Man muss nicht sofort alles können, weshalb man auch nicht von Anfang an die ganze Woche selbstständig arbeiten muss. Wenn möglich kann man natürlich in seiner alten Anstellung bleiben und die Stundenanzahl reduzieren. Ich brauchte für mich aber den totalen Cut.

 
In den ersten Wochen habe ich dann meine Fühler so weit wie möglich ausgestreckt. Ich bin nicht gerade Fan von der Gesamtmenschheit und den meisten Individuen gehe ich gern freiwillig in einem großen Bogen aus dem Weg. Ein bisschen muss man aber auch über seinen Schatten springen. An dem Zeitpunkt, an dem ich festgestellt habe, dass ich abends nicht in der Agentur sitze sondern raus und unter Menschen gehen kann, habe ich Ausstellungen, kleine Vernissagen und Get-together besucht und bin in den Dialog getreten. Mein Bekanntenkreis hat sich in den letzten Monaten verdoppelt, wenn nicht sogar verdreifacht. Natürlich sind das nicht alles Freunde, aber es gibt viele Menschen, die beruflich eine extrem gute Figur machen und mit denen man gern zusammenarbeitet. Ich habe tolle Menschen kennengelernt! Und ein großes Netzwerk ist fast alles, aber schlussendlich läuft es auf eine zentrale Sache hinaus: Kommunikation. Egal, ob man mit einem Kunden oder einem Arbeitspartner telefoniert, Kommunikation und Empathie ist der Schlüssel zu einer angenehmen Zusammenarbeit. Wie drücke ich aus, dass mir etwas nicht gefällt? Wie überzeuge ich den Kunden von einer anderen Problemlösung? Wie lasse ich in meine Kreation meinen Freigeist einfließen, ohne dass ich am Briefing vorbei laufe? Reden. Und die Klappe halten. Und dann wieder reden.

 
Get your shit together. Das wichtigste, was ich lernen musste und durfte, ist die Erstellung meines Zeitmanagements. Nach dem man in einer Agentur gelernt hat, für die Tonne zu arbeiten, lernt man in der Selbstständigkeit Effektivität. Ich arbeite mittlerweile unfassbar schnell. Das weiß ich nicht nur von mir selbst, sondern bekomme ich oft als Feedback vom Kunden. Natürlich gehe ich manchmal in einem Layout verloren. Dann gehe ich zum Supermarkt, kauf mir Obst oder Süßigkeiten und setz mich mit einem neuen Blick an das Problem. Manchmal trinke ich auch nachmittags Bier. Jedem das seine. Jeder Kunde ist unterschiedlich – manche bringen ihren Wunsch direkt auf den Punkt und sind dafür härter in der Abstimmung, manche können die Aufgabenstellung sehr schlecht komprimieren und sind dafür in der Lösung schnell zu begeistern. Manche telefonieren gern, manche schreiben lieber Mails (ich). Durch diesen Dschungel muss man sich kämpfen und dafür gibt es auch kein Rezept. Ein Grundstein in der Zusammenarbeit ist neben dem Zeitmanagement auch die Organisation des eigenen Arbeitsplatzes. Mein realer Schreibtisch ist meistens wirklich unfassbar unordentlich. Ich brauche viele Zettel, Stifte, Dinge – Papierstapel sind besonders wichtig. Also musste ich einen Weg finden, mich zu organisieren. Mein Ordner-System auf dem Macbook ist unschlagbar. Jeder Kunde hat eine Kundennummer, jedes Projekt eine Projektnummer. Ein Timer zählt die Zeiteinheiten für die einzelnen Projekte und berechnet die Stunden- und Tagessätze für meine Rechnungen. Ich finde alles, ich weiß alles. Und das liebe ich. Just do it!

 

Der letzte und für mich besonders wichtige Punkt ist das große Feld der Inspiration. Ich brauche Musik zum Arbeiten, ich brauche meine Tumblr, Pinterest und Twitter Timeline. Ich kaufe mir Bücher und Magazine. Ich muss so viel wie möglich sehen, hören und lesen. Ich sammle Broschüren für Schriftgrößen und -arten. Ich habe eine große Zusammenstellung unterschiedlicher Stifte und Pinsel. Ich habe auch ziemlich viele Schuhe, aber ich glaube, das zählt nicht dazu. Ich lese Artikel über Design und ich versuche dran zu bleiben – dran am Internet und den Dingen, die sich immer schneller verändern. Wie sehen Websites heute aus? Und wie können sie morgen aussehen? Was ist die Zukunft von Printmedien und wer hat da eigentlich das Sagen?

 

Ich weiß, dass ich noch nicht am Ende angekommen bin und dass es immer weitergeht. Es gibt neue Pläne und Hirngespinste und ich kann nie so richtig still stehen. Ich muss immer etwas tun. Aber das wichtigste ist zur Zeit und besonders für dieses Zwischenfazit: Mir geht es gut. Ich lebe. Und nebenbei arbeite ich. Und ich genieße. Ich liebe Essen. Ich liebe Reisen. Und ich liebe das Meer.

 

Diese Kündigung, vor 15 Monaten, das war kein Sprung ins kalte Wasser – das war mein Sprung ins Meer, in die Freiheit und es geht immer weiter.

 

Dieser Text ist nur ein Text.
Das wichtigste ist, dass man einfach macht. Springen.

Portfolio.

Ich habe es endlich geschafft, mein Portfolio auf cargo collective mit ein paar Arbeiten der letzten 6 Monate zu bestücken. Da passiert gerade sehr viel, was man gar nicht so recht in Bilder einordnen kann. Dran bleiben. Den Links gibt’s unter dem Text oder oben in der Navigation.

Finally updated my portfolio on cargo collective with some work of the past month. Stay tuned. You can find the link below or in the navigation on top of the site.

www.cargocollective.com/theleelacat

cargo collective 2015 June

Freunde mit den gewissen Vorzügen

9. Mai 2015. 8 Uhr. Wir betreten die heiligen Hallen von Andreas‘ workspace. Alles ist noch unberührt, so wie es immer ist und still. Wir stellen die Kisten, Körbe und Tüten in die Ecke, legen drei riesige, frische Brote auf den Küchentresen und atmen kurz durch. Dann beginnt jeder seinen Tanz, sein routiniertes Räumen und Wirbeln. Vorbereitungszeit. Die letzten zwei Stunden, in denen kaum gesprochen, aber mit der Musik mitgesummt und hochkonzentriert gewuselt wird. Wir sind wahre Wuseler. Jeder auf seine Art. Kristinas Art lernte ich letzten Sommer kennen und lieben. Nun sind wir hier und strahlen uns zwischendurch immer mal wieder ins Gesicht.

 

 

Mein Wecker klingelt an dem Tag, einem Samstag, um 6.45 Uhr. Nachdem ich aus der Decke gewickelt, unter die Dusche geschlüpft bin und im Flur durch ein schnelles Kopfschütteln noch einmal kurz die Gedanken sortiert habe, packe ich Kristina und ihre zwei Kuchen ins Auto und wir starten in den Tag, auf den wir fast zwei Monate hingearbeitet haben. Was irgendwann als Hirngespinst in meinem Kopf geboren, mit Kristina als Leihmutter aufgezogen und dann innerhalb weniger Tage in eine digitale Präsentationsform gepresst wurde, heißt f r i e n d s   w i t h   b e n e f i t s. Wie es scheint, wächst aus dem kleinen Baby gerade ein großes, gewaltiges Ding, was wenig schreit und schon etliche Freunde gefunden hat. Immer hungrig, immer neugierig, immer durch die Gegend krabbelnd. Wir nennen uns glückliche Eltern.

 

 

Eine Workshop-Reihe von Freunden für Freunde. Wie funktioniert das? Ich habe in den letzten drei Jahren in Hamburg eine Menge Menschen kennengelernt. Eine dicht aneinander gedrängte Schafherde, aus der ab und an mal jemand abhaut oder die von Füchsen auseinander getrieben wird. Da sind große Schafe dabei und kleine, Mähdrescher und Genießer, mit starken Hinterhufen oder spitzen Hörnern, laute Mäher, leise Grummler. Alles in allem eine bunte Mischung, die sich folgende Eigenschaft teilt: Irgendwas kann doch jeder! Und noch was: Bewunderung für die Fähigkeiten der anderen. 

So stehe ich also zwischen all den talentierten Schafen, die ich meine Freunde nenne und möchte einfach nur alles in mich aufsaugen, von ihnen lernen, mich weiter bewegen, niemals still stehen. Was du kannst, kann ich schon lange? Falsch. Was du kannst, will ich lernen!

 

 

Zurück zum 9. Mai. Es ist 9.30 Uhr. Die Brote sind geschmiert, Kaffee ist gekocht, Weintrauben gestapelt, Materialien zurecht gerückt, Stühle verstellt, Monitore angeschlossen, die Fenster sind geöffnet – frische Luft, frische Gedanken für einen Tag mit Chris. Denn: Chris Campe kann Hand-Lettering. Und das wollen unsere 14 Workshop-TeilnehmerInnen auch lernen. Los geht’s.

 

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Nach 4 Stunden Theorie, Vorstellrunde, erstem praktischen Ausprobieren der Werkzeuge und vielen Fragen ist der erste von zwei Workshop-Teilen geschafft. Zum Mittagessen richtet man den Blick von den Buchstaben auf belegte Brote, um dann zum Nachmittagsprogramm hochmotiviert ein eigenes Postkarten-Design zu entwickeln. Hat schon mal jemand fleißige Bienen lachen gehört? Unsere hochmotivierte, charmante Lehrerin schwebt zwischen den Reihen hin und her: sie ist die Bienenkönigin. Von Kritik über Witz, Lob und kleinen Gemeinheiten – Honig im Kopf? Wohl eher Flausen! Heute gibt es hier alles und keiner versteht es falsch. Und schon bald ist es 18 Uhr und so richtig aufhören will hier keiner.

 

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20 Uhr – also 12 Stunden später – wir schließen den Raum ab und tragen unsere Taschen und Tüten die Stahltreppe hinunter. In der Luft liegt eine seltsame Mischung aus Erschöpfung und Beseelung. So fühlt sich also dieses Schaffen an? Etwas Erzeugen, Kreieren, Teilen. Wir verabschieden 15 strahlende Gesichter und wissen jetzt, dass das noch viel mehr Anfang als Ende ist. More to give. More to come.

 

Den Samstag Abend verbringe ich mit Schäfchen zählen.

➫ new: Löwen und Hamburg.

Illustration für eine Ausstellungseröffnung.

Thema: Der Großstadtlöwe.
Fotoausstellung von Porträts des GROSSSTADTLÖWEN (alias Tschikko Leopold Von Werner) an beliebten Plätzen der Hansestadt Hamburg.

Fotografin: Julia Marie Werner.

 

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What I’m doing when I’m drunk.

No. 1 Cold milk out of the fridge, babe.

 

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Yo, Sommer, was geht?

Sommer

Spielplatz.

Ein neuer Anstrich für die Theke von Playground Coffee.

Dort gibt es übrigens den besten Kaffee der Stadt.

 

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Veljko, Besitzer von Playground Coffee:

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Instagram.

Playground Coffee Instagram. 

Kaffeeliebe.

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Einmal im Jahr.

Ich habe für ausgewählte Kunden und Freunde die Tipps fürs Überleben in der Weihnachtszeit in einen hübschen Umschlag gepackt, etwas Typografie verteilt und sie in transparente Umschläge gesteckt. Check it out.

 

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Eat what you want. Just eat.

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Communication advice.

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New advice on how to survive christmas.

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How to survive christmas properly.

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[Typografie] Rotis

Ich mag die Rotis noch nicht mal sonderlich, aber was Erik Spiekermann hier über sie sagt, scheint mir gedichtgleich. So ein guter Mann.

 

„Eine Schrift für längere Texte ist sie allerdings nicht. Sie ist viel zu glatt mit ihren schönen Formen, absolut präzise, toll, genialisch – das muss ich neidlos anerkennen. Aber Schriften, die längere Texte lesbar machen wollen müssen Widerhaken haben: Ecken und Kanten, Rauhigkeiten und Fehler, die vergrößert schrecklich aussehen, aber in der kleinen Größe, also acht bis zehn Punkt, Reibung erzeugen und uns wach halten. Bei der Rotis hingegen gibt es nichts dergleichen. Folglich bleibt das Auge auch nicht hängen. Sie verhält sich so wie ein Plastikstoff. Es knittert nicht, man kann es nicht anfassen, das Wasser fließt daran ab. Aber ich bin sicher, dass eine Schrift auch Gelegenheit bieten muss, ein bisschen Schweiß aufzunehmen, sie sollte so ein paar Haare haben – wie Menschen eben auch.“

 

(Erik Spiekermann über die Rotis)

 

 

Bär macht Ferien.

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Today, I designed a font.

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[Urlaub] Helgoland

16. August. Eine Autofahrt nach Cuxhaven. Eine Fährenfahrt nach Helgoland. Ein Wochenende, an dem das Verlassen der schönen Hamburg-Stadt notwendig war. So fing das an.

 

Wir befinden uns auf der Fähre, der MS Atlantis, welche im 70er-Jahre-Charme mit Filterkaffee und Pils auf die Reise einstimmt. Mit uns an Bord: Reizendes Bordpersonal im nordischen Stil, ein Junggesellenabschied, der mit Schnäpsen für die richtige Stimmung sorgt, und jede Menge ältere Damen, die wohl mal ‚was Nettes‘ unternehmen wollten und ganz angetan von den jungen Männern mit Bierbäuchen sind. Neben dem Verstand gehen auf dem großen Schiff mit 76,03 Meter Länge wohl auch Kinder verloren:

 

„Die Marie, die Marie sucht ihre Mutter. Die Mutter heißt Petra. Die Marie kann im Bazar, Bazar Maritim, abgeholt werden. Hier noch mal der Hinweis. Die Marie… „

 

So soll das sein. Zwei Biere und zwei Stunden später können wir die kleine Küste Helgolands am Horizont erspähen. Das Schiff setzt einige Meter vorm Hafen seinen Anker und kleinere Schiffe, genannt Börteboote, bringen die Passagiere auf die Insel. Eine lustig anzusehende Zeremonie: Schwabbelige Alt-Herrschaften lassen sich beschwipst in wacklige kleine Schiffchen plumpsen – ihr Gepäck fest umklammert, mit Furcht in den Augen. Man kann sich übrigens vorstellen, wie lange das etwa dauert, 700 Passagiere mit 6 Booten, auf die jeweils nur 20 Personen passen, an Land zu bringen. Das ist einfache Mathematik. Naja, Heidenspaß!

 

Nachdem wir unsere kleine Pension im ebenfalls passenden 70er-Jahre-Stil bezogen haben, gönnen wir uns ein Backfischbrötchen. Die Struktur der Insel ist leicht zu verstehen: Es gibt ein Unterdorf, direkt am Hafen, in dem man besonders günstig, da zollfrei, Alkoholika und Parfum einkaufen kann. Das Oberdorf ist durch einen Fahrstuhl oder ein paar Treppenstufen zu erreichen. ‚Dort oben‘ gibt’s allerdings recht wenig außer jede Menge Wind, circa zwei Cafés und Restaurants und eine Bäckerei. Außerdem noch niedliche Grundstücke und Wiesen, die an das Hobbit-Land erinnern. Die Insel ist mit ihrer Grundfläche von 1,7 km² überschaubar und ungefähr in 1,5-3 Stunden je nach Laufgeschwindigkeit und Aussichtspausen umrundet. Nicht zu vergessen: Die Düne, die mit einer kleinen Fähre erreichbar ist und auf der es echte Robben gibt.

 

An diesem Wochenende bekam ich also Wasser, Wind und Ruhe in Mengen. Außerdem funktioniert die Insel mit einer Zeitrechnung, die einen als Besucher in eine komplett andere Welt bringt. Es gibt nicht wirklich Wochentage dort. Gefühlt ist jeder Tag ein verkaufsoffener Sonntag – Speisen kann man allerdings nur bis spätestens 20 Uhr. Dann sind die Küchen geschlossen, was uns zum ein oder anderen Chips-und-Minibar-Bier-Abendessen führte. Aber… wen kümmert’s, wenn du am nächsten Morgen aufwachen kannst und die Seeluft braust dir um den Kopf, die Atemwege werden so frei wie du es nicht mehr in Erinnerung hattest und du fühlst deinen Herzschlag, während Regen auf deine Kapuze prasselt.

 

Zu empfehlen ist in jedem Fall regenfeste Kleidung für einen längeren Spaziergang und falls man sich vorne, am Ende der Insel bei der Langen Anna, mal gegen den Wind lehnen möchte. Und falls die Fähre montags nicht zurück ans Festland fährt, bleibt man eben noch einen Tag. Das ist dann auch nicht schlimm, denn es gibt ja noch die Sauna mit Panoramaterrasse…

 

Anmerkung: Nicht empfehlen kann ich übrigens den Rum-Grog, außer man will einen sicheren Alkoholtod sterben.

 

Anbei ein paar iPhone-Bilder, leicht bearbeitet.  

 

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Skating cheese toast.

This is a skating cheese toast. nice, huh? Yes, its arms are cheese as well.

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Zugfahrten am Samstag.

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Ürh!

Ich schmuste gestern ein wenig mit Acryl und einem farbigen Papier.

 

 

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[Urlaub] Amsterdam – 3.Teil

Das hätte ich fast vergessen, aber eben nur fast.

Ich hob nämlich extra diese Zettelchen auf. Weil diese Zettelchen die besten Ratgeber sind.

Einkaufsbelege. Von mir für euch.

 

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Haisekt.

Haisekt

Sofakatz.

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Mich selbst.

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Hier, das kannst du haben.

haben.

Katzen, die nach links starren.

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An Marcel.  Und Florian.

 

[REPLY] Florian hat übrigens Wüstenrennmäuse, die nach link starren.

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[Urlaub] Amsterdam – 2.Teil

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Die Frage ist, wo fängt man an, wo hört man auf? Was soll hier alles stehen und was bleibt im Kopf?
Ich sendete meiner Schwester vor etwa zwei Wochen einen Briefumschlag mit Fotos. Etwa 40 ausgewählte von knapp 70 geschossenen.
Auf analogem Film. Mit der allerliebsten Canon T80.

 

Vielleicht darf man auch gar nicht zu viel sagen über Dinge, sondern muss sie so stehen lassen wie sie sind.
Man bestellt einen Eisbecher, seinen liebsten, und dann steht er vor einem und ist genau so, wie man ihn sich erträumt hat. So voller Schokoladenstückchen und mit der guten Eiscreme, die auf der Zunge nach fünf Dingen schmeckt und nach Sommer. Und wenn man am Grund des Bechers angekommen ist, liegen da drei lilafarbene Smarties und strahlen dich an. Dann hat sich alles in Luft aufgelöst und man hört nur das letzte Kratzen am Becherboden. Aber Luft bedeutet ja nicht unbedingt etwas Schlechtes. Nein, es ist diese Luft, die in den Kopf wandert und dort eine große Blase bildet. Eine Blase voller guter Erinnerungen. Und manchmal wird diese Blase von anderen Blasen verdrängt, aber dann kommt sie irgendwann wieder, schiebt sich in den Vordergrund, ist präsent und möchte beachtet werden. Und dann versinkt man ein bisschen in ihr und lernt schwimmen oder fliegen oder beides zur gleichen Zeit.

 

So ist das mit Amsterdam. Das ist nun schon fast zwei Monate her und die Blase war zwischendurch vielleicht ein wenig nach hinten gerutscht, weil es andere tolle Dinge gab und auch schlechte. Es gab auf jeden Fall eine Menge Blasen in meinem Kopf. Und heute Abend, an diesem Abend mit der harten Abendsonnenkante an den Bäumen gegenüber meines Fensters, da kam die Amsterdam-Blase wieder, sie schwebte an mir vorbei, blieb kurz an meinem Finger haften und segelte dann weiter dahin.

 

Nun. Das sind die Bilder aus meiner Blase. Tauchen Sie ein, lernen Sie fliegen oder schwimmen. Aber vergessen Sie nie, nicht zurück zu schauen sondern immer nur in den Becher hinein. Bis auf den Grund. Da lauert das Glück in Schokolinsenform.

 

 

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Danke Amsterdam, du schönes Ding.

 

Kannst du den Himmel sehen?

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[Urlaub] Amsterdam – 1.Teil: Menschen

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Nun, das ist wohl das, was das Reisen in andere Städte bezwecken sollte: neue Menschen kennen lernen.

 

Deswegen zerpflücke ich meinen Amsterdam-Reisebeitrag auch ein wenig in unterschiedliche Teile, denn den folgenden Menschen mag ich gerne ein bisschen Platz einräumen und andere Dinge erfordern einen anderen Kontext.

 

Da ich mich ab und an gern einmal in Worten verliere, habe ich das diesmal ein wenig anders gelöst: Vier Fotos, vier Bekanntschaften. Und ein bis zwei Gedanken zu ihnen. Ein Klick auf ihre Fotos führt euch zum jeweiligen Projekt, welches sie gerade umsetzen.

 

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[Sonntagsromantik] Hamm – 2.Teil

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Ihr erinnert euch, ich sprach über den Hammer Ausflug von Philipp und mir.

 

Da analoge Fotos entwickelt und eingescannt werden möchten, leben die Worte immer etwas früher als die Bilder. Nun, hier sind sie jetzt.
(Nachgelesen werden kann alles hier.)

 

Ich mag es übrigens, dass die Qualität der Bilder eben nicht im stechendscharfen Bereich liegt und dass sie teilweise schief sind. Ich mag ihre perfekten Mängel auf ganzer Linie. Das ist dieses Gefühl – wenn du sie aus der Fotohülle ziehst und sie eben genau das sind, was man nicht erwartet hat.
✌ Appreciate this project on Behance. 

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Geistiger Inhalt von Eva Dietrich.